
Hey Mama,
lass mich raten: Du hast irgendwann mal den Begriff „Abhalten“ aufgeschnappt und dachtest dir: „Was soll das denn bitte sein?“ Oder du hast in einem Forum darüber gelesen und warst gleichzeitig fasziniert und abgeschreckt. Vielleicht denkst du: „Das klingt nach so viel Aufwand – wer hat denn bitte dafür Zeit?“
Ich war genau an dem Punkt. Ich habe das erste Mal vom Abhalten gehört, als mein Baby ein paar Wochen alt war. Und ganz ehrlich: Ich hab’s abgetan. Ich war müde, überfordert, in dieser neuen Mama-Welt – Windeln klangen nach der einfacheren Lösung. Aber irgendwann habe ich mich doch näher damit beschäftigt. Und weißt du was? Es war ein Geschenk – für mich und für mein Baby.
Heute möchte ich dir erzählen, warum. Und warum du es auch kannst.
Was bedeutet „Abhalten“ eigentlich?
Beim Abhalten, oder auf Englisch Elimination Communication (EC), geht es darum, dein Baby bei seinen Ausscheidungen zu unterstützen. Du lernst, seine Zeichen zu erkennen, wann es mal „muss“, und bietest ihm dann eine Möglichkeit, sich außerhalb der Windel zu erleichtern – sei es über dem Waschbecken, auf einem Töpfchen, draußen im Gebüsch (ja, echt!) oder einfach auf einer Unterlage.
Und nein – es geht nicht darum, die Windeln ganz wegzulassen oder ständig auf der Lauer zu sein. Du kannst das ganz flexibel machen. Viele Eltern nutzen Windeln einfach als Backup – und halten ihr Baby ab, wenn es sich anbietet.
Warum überhaupt abhalten – ist das nicht total unpraktisch?
Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Ich dachte, wir haben doch Windeln – warum also diesen „Umweg“ gehen?
Aber dann habe ich gemerkt:
🟡 Mein Baby hasst es, in der nassen Windel zu liegen.
🟡 Er war oft unruhig – und manchmal war das nur, weil er einfach mal pinkeln wollte.
🟡 Ich habe beim Wickeln so viele „Unfälle“ gehabt – da hätte ich ihn genauso gut einfach übers Waschbecken halten können.
Und je mehr ich mich getraut habe, desto mehr habe ich gemerkt: Es funktioniert.
Hier sind ein paar richtig gute Gründe, warum es sich lohnt:
🌿 Weniger Windeln = weniger Müll
Ein Baby braucht im Schnitt 5.000–6.000 Windeln bis es trocken ist. Mit Abhalten kannst du diesen Berg deutlich reduzieren. Das spart nicht nur Müll, sondern auch eine Menge Geld.
🩷 Weniger Wundsein
Die Haut deines Babys bleibt trockener. Gerade empfindliche Babyhaut dankt dir jede Minute ohne Windel.
👶 Mehr Verbindung
Du lernst dein Baby auf eine ganz neue Weise kennen. Du erkennst, wann es mal muss – manchmal sogar bevor es selbst unruhig wird. Das schafft eine wunderschöne, intuitive Verbindung.
🚼 Früheres Trockenwerden
Kinder, die abgehalten wurden, werden oft deutlich früher trocken, ganz ohne Zwang oder Druck. Für sie ist es selbstverständlich, nicht in die Windel zu machen.
Wie geht das genau?
Du brauchst kein Vorwissen und auch keine spezielle Ausbildung. Nur ein bisschen Neugier und die Bereitschaft, dein Baby zu beobachten.
Hier ist ein einfacher Einstieg:
1. Wann abhalten?
Typische Momente, in denen Babys häufig ausscheiden:
- Direkt nach dem Aufwachen (Tag und Nacht)
- Nach dem Stillen oder Füttern
- Nach dem Tragen oder nach dem Autofahren
- Wenn sie unruhig werden, quengeln, plötzlich aufhören zu spielen oder beim Stillen „zappeln“
2. Wie abhalten?
Du hältst dein Baby in einer sicheren Hockposition, den Rücken an deinen Bauch gelehnt, Oberschenkel gestützt. Unter den Po kommt ein kleines Töpfchen oder das Waschbecken. Dabei machst du ein Geräusch – z. B. „Pssssss“ oder „Kaka“ –, das deinem Baby signalisiert: Jetzt darfst du loslassen.
3. Was, wenn nichts kommt?
Dann kommt halt nichts. Kein Drama. Vielleicht musst du beim nächsten Mal. Vielleicht war es ein Missverständnis. Das ist kein Rückschlag, sondern Teil des Lernens.
Aber ist das nicht total unpraktisch im Alltag?

Nein, ganz und gar nicht – wenn du es entspannt angehst.
Du musst nicht alles oder gar nichts machen. Du kannst z. B.:
- nur morgens abhalten
- nur beim Wickeln
- nur zuhause
- oder auch einfach mal ausprobieren, wenn du spürst: „Jetzt könnte was kommen.“
Viele Mamas berichten: Je lockerer man es nimmt, desto besser klappt’s. Und Babys machen erstaunlich oft mit – sie lieben es, verstanden zu werden.
Unsere Erfahrung – ganz ehrlich
Ich war skeptisch. Ich hatte Angst, es falsch zu machen. Aber mein Baby hat mir so viele Zeichen gegeben. Anfangs war es wirklich nur beim Wickeln abhalten – und plötzlich war da ein kleiner Strahl. Dann habe ich es nach dem Aufwachen probiert – zack, Volltreffer. Mit der Zeit haben wir ein kleines Ritual daraus gemacht.
Und weißt du was? Es war so schön. Nicht, weil ich eine Heldin bin oder alles perfekt gemacht habe. Sondern, weil ich meinem Baby zugehört habe.
Das brauchst du wirklich
Die Basics:
✅ Deine Hände (zum Halten)
✅ Etwas zum Auffangen – eine kleine Schüssel, ein Abhaltetöpfchen oder das Waschbecken
✅ Ein Handtuch oder waschbare Unterlage als Backup
✅ Geduld, Neugier und Humor!
Wenn du direkt mit einem praktischen Töpfchen starten willst, kann ich dir dieses wärmstens empfehlen:
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Es ist klein, handlich, passt super zwischen deine Beine und lässt sich ganz leicht reinigen – ideal für zu Hause.
Mein Fazit für dich, liebe Mama
Abhalten ist kein Wettbewerb. Es ist kein Dogma. Es ist einfach ein liebevoller Weg, auf dein Baby einzugehen. Du kannst es ausprobieren – für einen Tag, eine Woche, immer mal wieder.
Und wenn es mal nicht klappt? Dann ist das auch okay.
Aber wenn es klappt, wirst du dieses ganz besondere Gefühl erleben: „Ich habe dich verstanden, mein Schatz.“
Du bist sowieso schon eine wundervolle Mama – aber vielleicht wird Abhalten für euch ein neuer, schöner Teil eures Alltags.
Trau dich – du brauchst keine Erfahrung, nur ein bisschen Mut.
Ich bin stolz auf dich, dass du dich mit dem Thema beschäftigst 💛
Alles Liebe,
Alea